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Was kommt auf Sie zu?

Nach der Eingangsbesprechung mit Ihnen erfolgt die so genannte Differentialkolposkopie. Hierbei werden der Gebärmutterhals, die Scheide und die Schamlippen mit einem so genannten Kolposkop untersucht.

Wie wird untersucht?
Die Untersuchung erfolgt auf dem gynäkologischen Stuhl mit einem Kolposkop (einer Art Stereolupe mit Lichtquelle mit bis zu 40-facher Vergrößerung) der neuesten Generation. Es erlaubt Foto- und Videodokumentationen der Untersuchung oder Behandlung sowie – dank der neuen Bildtechnologie (Ausstattung mit einem großen PC-Tablet) – eine qualitativ hochwertige Differentialkolposkopie und eine gezielte, gewebeschonende Therapie. 
Für die Untersuchung werden Gebärmutterhals und Scheide mittels der Scheidenspiegel (Spekula) eingestellt und mit einer Essigsäurelösung sowie gegebenenfalls mit einer Jodlösung betupft. In der Regel spüren Sie das nicht, selten kann sich ein leichtes Brennen in der Scheide bemerkbar machen. Durch die Lösungen werden eventuelle gewebliche Veränderungen sichtbar.

Worauf sollten Sie vor der Untersuchung achten?
Eine spezielle Vorbereitung auf diese Untersuchung ist nicht notwendig. Allerdings sollte diese nicht bei bestehender Regelblutung erfolgen, da hier die Beurteilung erschwert sein kann. Im Zweifelsfall können Sie sich gerne über die gynäkologische Ambulanz (Tel.: 06032 702-1207) erkundigen, ob der Termin bestehen bleiben kann oder eine Verschiebung sinnvoll ist, um unnötige Untersuchungen zu vermeiden. Über eine eventuelle Jodunverträglichkeit/Jodallergie sollten Sie den Arzt zu Beginn der Untersuchung informieren.
Bitte denken Sie daran, die bisher vorhandenen Befunde (z.B. Abstrich- und HPV-Testergebnisse, Entlassungs- oder Operationsberichte sowie gegebenenfalls eine Medikamentenliste) mitzubringen, da diese wertvolle Informationen für Ihre behandelnde Ärztin/Ihren behandelnden Arzt enthalten.

 

Weitere Diagnostik

Um die Diagnose zu sichern, ist bei auffälligen kolposkopischen Befunden eine Gewebeentnahme mit einer kleinen speziellen Zange notwendig, eine so genannte Knipsbiopsie. Da der Gebärmutterhals nahezu schmerzunempfindlich ist, verursacht die Knipsbiopsie meist keine oder nur minimale Schmerzen. Eine Gewebeentnahme an der Vulva/Dammhaut erfolgt grundsätzlich unter Betäubung (Lokalanästhesie). Blutungen können oft schon durch etwas Druck auf die Entnahmestelle gestillt werden oder durch eine blutstillende Lösung (Albothyl, Silbernitrat-Stift, Eisensubsulfat). 

Bei der Videokolposkopie wird das Bild auf einen Bildschirm übertragen, so dass Sie als Patientin die Veränderungen am Muttermund selbst sehen und von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt am Lifebild erklärt bekommen können.

Was passiert dann?
Das entnommene Gewebe wird feingeweblich untersucht. Auf der Basis dieses Ergebnisses, des kolposkopischen Bildes und unter Einbeziehung der Ergebnisse der zytologischen Abstriche wird gemeinsam mit Ihnen und Ihrer behandelnden Ärztin/Ihrem behandelnden Arzt das weitere Vorgehen festgelegt und eine für Sie optimale Behandlung geplant.

 

Wann wird eine Therapie notwendig?

Das therapeutische Vorgehen richtet sich nach dem Schweregrad der Veränderung. Häufig ist eine Beobachtung ausreichend. Falls bei Ihnen eine therapiebedürftige Veränderung am Gebärmutterhals, an der Scheide oder den Schamlippen vorliegen sollte, kann diese in der Regel schonend entfernt werden. Hier gibt es, je nach Befund, verschiedene Möglichkeiten.

Welche in Ihrem individuellen Fall die beste Methode ist, besprechen wir mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch.

  • Laserbehandlung: Verdampfung (Vaporisation) verdächtiger Bereiche und Warzen
  • Hochfrequenzschlingenentfernung: mit einer elektrischen Schlinge kann das auffällige Gewebe am Gebärmutterhals schonend entfernt werden
  • lokale medikamentöse Behandlungen mit Cremes und Zäpfchen
  • Hysteroskopie (auch Gebärmutterspiegelung genannt): Methode, bei der Gebärmutterhals und Gebärmutterhöhle unter Sicht betrachtet werden können. Dieses Verfahren kann, wenn nötig, mit einer Ausschabung (so genannte Kürettage) oder einer Gewebeentfernung unter Sicht (so genannte Resektoskopie) kombiniert werden

In jedem Fall ist es unser Ziel, unseren Patientinnen eine optimale, speziell auf ihre persönliche Situation abgestimmte ganzheitliche Therapieplanung anzubieten.