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Ein wichtiger Punkt: die persönliche Weiterbildung

Kai Bockemühl hat in Gruppe 1 (Zeitraum: 07.02. bis 30.05.2017) am ESF-Projekt „KIO“ teilgenommen. Von dem Projekt hat er über seinen Vorgesetzten erfahren, worüber er sehr heute dankbar ist.

Herr Bockemühl, bitte erzählen Sie doch zum Einstieg, warum Sie sich für die Teilnahme am KIO-Projekt entschieden haben. Gab es irgendeinen Auslöser oder Impuls?

Der Auslöser war die interne Werbung für das Projekt durch die KIO-Lotsen. Ich bin  relativ unvorbelastet an das Ganze heran und auch absichtlich in eine der ersten Gruppe gegangen. Abgesehen davon bin ich an Neuem immer interessiert, und persönliche Weiterbildung ist auch immer gut.

Wie haben Sie die Projektteilnahme erlebt?

Durchweg positiv, muss ich sagen. Ich fand diese zusammengewürfelten Gruppen sehr spannend. In der Gruppe, in der ich war, kannte ich außer einer Kollegin niemanden. Was ich auch immer gut finde, wenn sich total fachfremde Kollegen zusammenfinden, um über den Tellerrand schauen zu können. Mit den Dozenten war es auch gut, alles interessante Menschen mit interessanten Formen der Wissensvermittlung. Es hat richtig Spaß gemacht; teilweise war es natürlich auch anstrengend, denn es gab immer sehr viele Informationen.

Gibt es einen greifbaren Nutzen oder Mehrwert aus dem Projekt für Sie? Sowohl fachlich-beruflich als auch persönlich?

Ich fand total interessant, wie unterschiedlich Menschen Informationen aufnehmen, gerade im Bereich der Kommunikation. Wie es aufgrund von irgendwelchen Vorbedingungen zu Missverständnissen führt und wie ein Mensch, der sehr veränderungsresistent ist, Informationen ganz anders aufnimmt als jemand, der ganz heiß darauf ist. Da habe ich sehr viel gelernt für meinen Arbeitsbereich in der EDV, das heißt, ich schreibe relativ viele E-Mails, oft auch mal an alle im Unternehmen. Andere KIO-Teilnehmer haben mir schon gesagt, dass sie jetzt erst richtig verstehen, warum ich diese Dinge immer schreibe, und jetzt lesen sie das auch mal.

Ein spannender und wichtiger Effekt.

Ja. Ich konnte klar machen, warum ich das mache, was es für einen Hintergrund hat, und ich habe gelernt, warum Leute es nicht verstehen und nicht befolgt haben. Teilweise eben auch, weil sie es gar nicht verstehen konnten, weil ich mich blöd ausgedrückt habe oder es auch zu kompliziert oder zu fachspezifisch formuliert habe. Das war sehr interessant.

Sind Sie jetzt bewusster im Schreiben von E-Mails, aber auch in Gesprächen oder in der Informationsweitergabe?

Klar, ich mache mir mehr Gedanken darüber, wie die Informationen, die ich versuche rüberzubringen, aufgenommen werden könnten. Ich lasse die Leute auch nicht mehr aus dem Boot, bevor das nicht geklärt ist. Ich mache mir auch, bevor ich Projekte kommuniziere, Gedanken darüber, wie die Berufsgruppen, zu denen ich sprechen soll, das denn aufnehmen könnten. Und ich versuche es dann gleich so zu verpacken, dass es eben nicht zu Missverständnissen kommt. Was natürlich nicht immer gelingt, das ist ja klar. Auch mache ich mir jetzt Gedanken über den Anspruch oder die Erwartungen meines Gesprächspartners.

Das Oberthema des KIO-Projekts ist es, Personalentwicklungsstrukturen weiter zu entwickeln. Wie wirkt KIO Ihrer Meinung nach in dieser Hinsicht und welche konkreten Maßnahmen könnte es geben?

Ich habe nur eine kleine Abteilung. Bei mir hat sich geändert, dass ich mir Gedanken mache über meine Mitarbeiter und deren Stärken und Schwächen und dann versuche, die Aufgaben entsprechend aufzuteilen. Im Prinzip geht es jetzt nicht mehr nach dem Motto „Morgen muss dies und das fertig sein“, das ist Quatsch, das habe ich gelernt, das führt eher zum Gegenteil. Ein weiteres wichtiges Thema, das ich noch umsetzen möchte, sind kontinuierliche Mitarbeitergespräche.

Können Sie drei zentrale Aspekte benennen, warum sich eine Teilnahme am KIO-Projekt lohnt?

Für mich ist ein sehr wichtiger Punkt die persönliche Weiterbildung. Man weiß nie, wozu es gut ist, wie es einen auch indirekt weiterbildet. Und ich finde, es ist ein guter Anlass, über alte Strukturen nachzudenken und zu überlegen, ob man Manches wirklich so beibehalten möchte. Und auch zu lernen, auf andere einzugehen, einfach Verständnis zu haben. Und was auch wichtig ist, das hatte ich im Prinzip schon erwähnt, Verständnis für die Kommunikations- und Informationsstruktur oder auch für die Kommunikations- und Informationsfehler zu entwickeln, die passieren: Wie kann ich selber als Teil des Systems zur verständnisvollen Aufdeckung von Fehlern und zum gemeinsamen Lernen beitragen?