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Vulvakarzinom (Scheidenvorhofkrebs)

Vulvakarzinome sind bösartige Tumore, die vom Scheidenvorhof (Vulva) ausgehen. Dieser Tumor ist im Vergleich zu den anderen gynäkologischen Tumoren eher selten. Das Risiko, an einem Vulvakarzinom zu erkranken, steigt jedoch mit zunehmendem Alter. Auch das maligne Melanom, eine Hautkrebsart, kann im Bereich der Vulva auftreten.


Risikofaktoren
Bestimmte sexuell übertragbare Viren (HPV = humane Papilloma Viren) können an der Entstehung dieser Karzinome maßgeblich beteiligt sein. Jedoch kann das Vulvakarzinom auch auf dem Boden einer chronischen Hauterkrankung (z.B. Lichen sclerosus) entstehen. Meist entwickelt sich das Vulvakarzinom aus Krebsvorstufen, die bereits über Jahre bis Jahrzehnte bestehen können. Begünstigende Faktoren für die Entwicklung dieser Krebsart können Diabetes mellitus und ähnliche chronische Erkrankungen sein, die mit einer Schwäche des Immunsystems einhergehen. Auch Rauchen kann die Entstehung von Zellveränderungen begünstigen.

Symptome
Bereits Vorstufen können sich durch Juckreiz, Ausfluss und ein Entzündungsgefühl bemerkbar machen. Häufig sind diese sowie der Krebs selbst jedoch lange ohne jegliche Beschwerden und fallen oft erst durch einen Tastbefund auf. Um so wichtiger ist es daher, die regelmäßige Gynäkologische Vorsorge mit Inspektion des äußeren Genitales wahrzunehmen.

Diagnose
Das Vulvakarzinom ist eine gynäkologische Tumorart, die der Vorsorge gut zugänglich ist, da die Veränderungen äußerlich sichtbar sind. Im Verdachtsfall wird zur weiteren Differenzierung eine Vulvoskopie sowie in den meisten Fällen auch eine Probeentnahme unter örtlicher Betäubung durchgeführt, um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen. Diese erfolgt über Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt oder über uns in der Spezialsprechstunde des Gynäkologischen Krebszentrums oder in der Dysplasie-Sprechstunde.


Therapie
In Vor- und Frühstadien ist eine operative Entfernung der betroffenen Areale in der Regel ausreichend. Bei größeren Tumoren werden neben dem Karzinom auch Lymphknoten aus der Leistenregion, selten Lymphknoten aus dem kleinen Becken, entfernt. In fortgeschrittenen Stadien kommt ggf. die Bestrahlung, in seltenen Fällen eine Chemotherapie zum Einsatz.