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Mittwoch 18. Juli 2018 Alter: 90 days

Fünfter Bauabschnitt wird vorgezogen

Im Hochwaldkrankenhaus hat die Altbausanierung bereits begonnen – Station M2 wieder geöffnet


Hell, freundlich und nur noch zwei Betten: Patientenzimmer auf der sanierten Station M2.

Neu eingebaute Nasszelle

Technischer Leiter Ali Bulut und Stationssekretärin Lisa Dlugos in einem neu eingerichteten Stationslagerraum.

Bad Nauheim. In fünf Bauabschnitten bis 2024 soll am Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim eines der modernsten Krankenhäuser Hessens entstehen. Mit der Überreichung eines Bewilligungsbescheides in Höhe von 7 Millionen Euro für den 1. Bauabschnitt hatte Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner dafür vor vier Monaten den Startschuss gegeben. Inzwischen wurden die Pläne hinsichtlich der Reihenfolge der einzelnen Bauabschnitte modifiziert. „Im Interesse der Zufriedenheit von Patienten und Mitarbeitern haben wir die schrittweise Sanierung des 1993 erbauten südlichen Querbaus vorgezogen, während die Planungen für die Neubaumaßnahmen im nordwestlichen Teil des Komplexes auf vollen Touren laufen“, erläuterte GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann. Inzwischen wurden die Arbeiten auf Station M2 im dritten Stock des Traktes bereits beendet. Im Fokus standen dabei Umbauten, die Modernisierung der Infrastruktur, frische Farbe an den Wänden und eine neue Möblierung.

1993 ermöglichte ein großer Anbau an der südwestlichen Seite des aus den 1930er Jahren stammenden Hochwaldkrankenhauses die Integration der nach dem Zweiten Weltkrieg ins Konitzky-Stift in der Ludwigstraße ausgelagerten Inneren Abteilung. Nun, 25 Jahre später, ist der damalige Neubautrakt in die Jahre gekommen. Seine Sanierung war in dem Anfang des Jahres vorgestellten Neubaukonzept als fünfter Bauabschnitt geplant, mit dessen auf 30 Monate angelegter Umsetzung 2021 begonnen werden sollte. „Wir haben uns gefragt: Warum bis 2021warten?, zumal wir im Haus ein hochqualifiziertes technisches Team beschäftigen“, so Dr. Fellermann.

Leiter dieses Teams an den GZW-Standorten Bad Nauheim und Friedberg ist seit Juni 2016 Ali Bulut (34). In Wetzlar aufgewachsen, hatte er nach einer Ausbildung zum Elektroinstallateur Krankenhaus-Technik-Management an der FH Gießen (heute THM) mit dem Abschluss Diplom-Ingenieur studiert und während seiner ersten Berufsjahre Schwerpunkte in den Bereichen Technische Hygiene, Brandschutz, Energiemanagement und Krankenhausbauplanung gesetzt. Auch anlässlich der im Hochwaldkrankenhaus begonnenen Sanierungsmaßnahmen steht die Optimierung dieser Komponenten im Vordergrund.

„Eine Sanierung im laufenden Betrieb ist eine logistische Herausforderung“, betonte Ali Bulut. Wegen des Umfangs der Tätigkeiten habe man sich entschieden, stationsweise vorzugehen. Vor einigen Monaten wurde deshalb die Station M2 im dritten Stock des südlichen Querbaus komplett geschlossen. Danach begannen die Arbeiten: In den bisherigen Dreibettzimmern, die den Großteil der Räume ausmachten, wurden Wände versetzt, um Platz für neue Nasszellen und Duschen zu schaffen. Dabei wurden auch gleich die Wasserleitungen sowie ein Großteil der Elektroinstallation ausgetauscht und zusätzliche Brandschutzschottungen eingeführt. Ab sofort gibt es auf dieser wieder geöffneten Station ausschließlich Zwei- sowie einige Einbettzimmer. Auf dem Flur vorhandene Bäder wurden zu Lagerräumen, Nischen beherbergen jetzt die Getränkestationen. Helle Anstriche sowie neue Betten und Nachtschränke tun ein übriges, den umgestalteten Zimmern ein freundliches Aussehen zu verleihen.
 
Dem gesamten Hochwaldkrankenhauses zu Gute kommt die bereits Ende 2017 vorgenommene Erneuerung der Wasserversorgung. Die entsprechenden Anlagen in Krankenhäusern unterliegen generell einer strengen Überwachung durch das Gesundheitsamt. Regelmäßig werden Wasserproben entnommen und in einem Labor auf Legionellen und andere mikrobielle Parameter untersucht. Begünstigt werden könnte deren Vermehrung beispielsweise durch die Speicherung von Warmwasser. „Im letzten Jahr haben wir deshalb die Bevorratung von Warmwasser im 1935 errichteten Altbau abgeschafft zugunsten der Warmwassererzeugung in energiesparenden  Frischwasserstationen“, erklärte Bulut.

Im südlichen Querbau gehen die Sanierungsmaßnahmen weiter. Inzwischen wurde eine Station im ersten Stock in Angriff genommen.