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Freitag 12. Oktober 2018 Alter: 40 days

Hilfe für Menschen mit Schlafstörungen und schlafbezogenen Atemstörungen

Neu im Schwerpunkt Lungenheilkunde am Bürgerhospital Friedberg: Schlaflabor mit vier Plätzen – Anmeldungen ab sofort möglich


Friedberg (HR) Im September 2013 übernahm Prof. Dr. med. Robert Voswinckel als Chefarzt die Leitung der Klinik für Innere Medizin am Bürgerhospital Friedberg. Seither baut der Lungenfacharzt mit besonderer Expertise auf dem Gebiet des Lungenhochdrucks sowie von Krebserkrankungen des Brustkorbs den Schwerpunkt Pneumologie am Bürgerhospital Friedberg kontinuierlich aus. Nach der Einrichtung einer pneumologischen Früh-Rehabilitation für Patienten nach schwerer Erkrankung, der Schwerpunktbildung „Weaning“ bei schwieriger Entwöhnung von der künstlichen Beatmung und den ersten Behandlungen in der „künstlichen Lunge“ auf der Intensivstation steht jetzt in einer grundrenovierten Station des Bürgerhospitals Friedberg das neu eingerichtete Schlaflabor mit vier Plätzen zur Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen und schlafbezogenen Atemstörungen bereit.

Warum genau Menschen 25 bis 30 Prozent ihrer Lebenszeit mit Schlaf verbringen (müssen), ist nach wie vor unerforscht. Fakt ist aber: Ausreichend Schlaf ist für die physische und psychische Gesundheit des Menschen unerlässlich. Unter anderem werden im Schlaf die Erlebnisse des Tages verarbeitet, wird Erlerntes abgespeichert.

Dementsprechend folgenreich sind Schlafstörungen aller Art. Eine der bekanntesten dürfte das Schnarchen sein. Schnarchen für sich genommen ist zunächst kein Problem (sofern es nicht den Partner oder die Partnerin stört) und zudem weitverbreitet. Mit zunehmendem Alter schnarcht jeder weite Erwachsene (etwa 60 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen). Gefährlich für die Gesundheit wird allerdings das starke Schnarchen, wenn es mit Atemaussetzern verbunden ist (Schlafapnoe). Dann kann sich die Sauerstoffversorgung des Körpers reduzieren mit weitreichenden Folgen wie Bluthochdruck, Schlaganfall oder Herzinfarkt.   

Anzeichen einer Schlafapnoe können neben dem lauten Schnarchen in Kombination mit Atemaussetzern im Schlaf unteranderem auch Tagesschläfrigkeit bis hin zum spontanen Einnicken am Tag, Konzentrationsschwäche und Gedächtnisstörungen, eingeschränkte Leistungsfähigkeit sowie fehlende Frische beim Erwachen und Kopfschmerzen sein. Weitere relevante Schlafstörungen sind Ein- und Durchschlafstörungen, ein erhöhtes Schlafbedürfnis, Verhaltensauffälligkeiten im Schlaf (z.B. „Schlafwandeln“) oder auch plötzliche Schlafanfälle am Tag (Narkolepsie).

Im Schlaflabor am Bürgerhospital Friedberg stehen zur Diagnostik schlafbezogener Atmungsstörungen modernste Messgeräte bereit. Gemessen werden regulär in der Nacht die Hirnströme (EEG) zur Schlafstadienbestimmung, Augenbewegungen in Traumphasen (EOG), Bewegungen der Bein- und Gesichtsmuskulatur (EMG), die elektrischen Ströme des Herzens (EKG), die Atemluft von Mund und Nase, der Sauerstoff- sowie der Kohlendioxidgehalt des Blutes, Schnarchgeräusche und/oder Atembewegungen von Brust und Bauch.

Therapeutische Optionen umfassen unter anderem die Unterweisung zu allgemeinen Maßnahmen der Schlafhygiene, die Klärung der Therapieoption bei Schlafapnoe mittels intraoraler Protrusionsschienen, schlafmedizinische Untersuchungen vor oder nach HNO-Maßnahmen, die Therapieeinleitung bei einer Schlafapnoe mittels nächtlicher Beatmungstherapie, die Heimbeatmungseinstellung und –kontrolle bei erschöpfter Atemmuskulatur sowie eine Sauerstofftherapie.

Anmeldungen für das Schlaflabor sind ab sofort möglich im Sekretariat von Prof. Voswinckel (Tel.: 06031 89-3231, Fax: 06031 89-3705, E-Mail: sekretariatinn.fb@gz-wetterau.de).