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Dienstag 01. Januar 2019 Alter: 79 days

Neujahrsbaby auf des großen Bruders Spuren

Hamsa Abbassi ist schon das zweite „Jubiläumsbaby“ der Friedberger Familie – 2018 insgesamt 1021 Geburten im Hochwaldkrankenhaus


Freuen sich über Hamsa, den jüngsten Spross der Familie: Vater Abdallah Abbassi, seit 24 Jahren Gabelstaplerfahrer erst beim Rosbacher Brunnen und jetzt bei Hassia Bad Vilbel, der große Bruder Khaled, Neujahrsbaby des Hochwaldkrankenhauses 2005, und Mutter Latifa.

Vor 14 Jahren: Abdallah und Latifa Abbassi freuen sich über ihen erstgeborenen Sohn Khaled, Neujahrsbaby des Jahres 2005

(HR) Bad Nauheim. Manche Geschichten klingen nach Hollywood und sind doch ganz real. Solch eine Geschichte kann ab sofort Familie Abbassi aus Friedberg erzählen. Ihr fünftes Kind, Hamsa, kam am 1. Januar 2019 um 1.37 Uhr als erstes Baby des neuen Jahres im Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim zur Welt – auf den Tag genau 14 Jahre nach seinem ältesten Bruder Khaled, dem Neujahrsbaby 2005. „So etwas gab‘s noch nicht!“, stellt Kinderkrankenschwester Silke Hirsch fest. Und der große Bruder ist natürlich über das besondere Geschenk zu seinem 14. Geburtstag hoch erfreut. Ehrensache, dass er mit aufs Foto kommt, während die drei zwölf-, acht- und sechsjährigen Geschwister bei Freunden auf die Rückkehr des Vaters warten.

Stolz und beglückt ist auch Vater Abdallah Abbassi. Seine Kollegen bei Hassia in Bad Vilbel, wo er seit der Übernahme des Rosbacher Brunnens arbeitet, hätten sich noch lebhaft an die Silvesternacht 2004 erinnert, die mit plötzlichen Wehen und der um vier Wochen verfrühten Geburt von Khaled endete, erzählt er. Und sie hätten ihn nun damit geneckt, dass wohl wieder eine turbulente Silvesternacht folgen werde. „Der Geburtstermin war diesmal zwar der 1. Januar, aber ich habe nicht daran geglaubt“, gibt der Gabelstaplerfahrer lächelnd zu. Nun staunt er noch ein bisschen über das „doppelte Jubiläum“ und ist schon gespannt auf die Kommentare der Kollegen.

Bevor Hamsa geboren wurde, kam um 20.16 Uhr am Silvesterabend das letzte Baby des Jahres 2018 auf die Welt. Insgesamt kamen in dem Jahr im Hochwaldkrankenhaus 1021 Kinder zur Welt, acht mehr als im Jahr zuvor. Chefarzt Dr. med. Ulrich Groh führt den kontinuierlichen Anstieg der Geburtenzahlen auch auf die guten Rahmenbedingungen und das familienzentrierte Konzept zurück.

Dazu gehört, dass es – anders als in vielen Teilen der Republik – im Hochwaldkrankenhaus keinen Hebammenmangel gibt. „Bei uns arbeiten 22 festangestellte Hebammen plus Begleithebammen, wobei die Hebammen zur Erhöhung unserer Flexibilität auch auf der Entbindungsstation eingesetzt werden. Hebammen schätzen bei uns vor allem die Arbeit im Hebammenkreißsaal, der ihnen ebenso wie den Frauen optimale Bedingungen bietet“, betont Dr. Groh.

Dementsprechend groß ist nach seinen Angaben die Nachfrage nach diesem Entbindungskonzept. „Wir möchten die Eigenverantwortlichkeit der Frauen stärken, sie sollen ‚gebären statt entbunden zu werden‘“, beschreibt er eine wesentliche  Maxime der Abteilung. Die Einrichtung des Hebammenkreißsaals vor drei Jahren habe auch dazu beigetragen, die Zahl der Wunsch-Kaiserschnitte zu senken und damit mehr spontane Geburten zu ermöglichen. „Oft reicht es, im Gespräch mit den Frauen deren Vertrauen in die eigene Fähigkeit zur natürlichen  Geburt zu stärken.“

Auf den Star des Tages machen indes weder der Hebammenkreißsaal noch die renovierten Stationsräume oder das neu eingerichtete Familienzimmer den geringsten Eindruck. Hamsa, wie schon einst sein großer Bruder, ist mit 2910 Gramm und 50 Zentimetern von zierlicher Statur und nach den Strapazen der Geburt ziemlich müde; er verschläft den Fototermin und überlässt es Vater und Bruder, vor Freude um die Wette zu strahlen.