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Mittwoch 13. November 2019 Alter: 24 days

Deutliche Stabilisierung der Glukoseeinstellung

Moderne Messsysteme waren ein Thema beim 9. Bad Nauheimer Diabetologischen Abend


Dr. Eckhard und die neue Leitende Oberärztin der GZW Diabetes-Klinik Bad Nauheim, Christina Neuhaus

(HR). Die Bedeutung moderner Glukosemess-Systeme für die Versorgung von Patienten, die mehrfach am Tag Kontrollen zur Anpassung ihrer Insulintherapie durchführen müssen, und die besonderen Herausforderungen, die der diabetische Fuß an Prävention, Früherkennung und Therapie stellt, standen im Mittelpunkt des 9. Bad Nauheimer Diabetologischen Abends. Im Konferenzraum  „Wetterau“ des Facharzt- und Servicezentrums am Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim konnte Dr. Michael Eckhard, Chefarzt der GZW Diabetes-Klinik Bad Nauheim, dazu wieder 80 Ärzte, Diabetesberaterinnen und Therapeuten begrüßen.

„Egal, aus welchem Grund und an welchem Standort innerhalb des GZW Patienten,  die auch einen Diabetes als chronische Erkrankung mitbringen, behandelt werden:  Sie sollen mit Ihrem Diabetes nicht alleine gelassen werden“, skizzierte Dr. Eckhard in seiner Begrüßung den Anspruch an die Medizin im GZW. Sie decke von der Sicherstellung der diabetologischen Grundversorgung aller Patienten des GZW mit der Nebendiagnose Diabetes über die stationäre Therapie der Hauptdiagnose Diabetes in der GZW Diabetes-Klinik als Spezialklinik bis zur ambulanten Behandlung in der diabetologischen Schwerpunktpraxis des Diabeteszentrums Mittelhessen im Facharzt- und Servicezentrum alle Facetten diabetologischer Therapie ab und schließe die Behandlung des diabetischen Fußes, Fuß-Sprechstunden und Schulungsangebote für Patienten und Angehörige ein.

In den vergangenen 70 Jahren haben sich die Methoden zur Glukosemessung rasant entwickelt, wie Dr. Britta Fischer (Gießen) darlegte. Für Patienten bedeuteten sie in der Regel eine große Erleichterung. Praxen und Kliniken stellten die modernen Systeme hinsichtlich technischer Aus- und Aufrüstung sowie Datenschutz allerdings vor einige Herausforderungen.

Moderne Glukosemess-Systeme seien bereits in der Lage, zumindest teilweise mit Insulinpumpensystemen zu kommunizieren, erläuterten Dr. Helga Fink, Isabel Steinmetz-Biste und Dr. Isabel Martin vom Team der Diabetologischen Schwerpunktpraxis Bad Nauheim. In diesem Herbst sei eine erste Insulinpumpe auf den deutschen Markt gekommen, die im Zusammenspiel mit einem kontinuierlich messenden Glukosesensor bereits die Insulindosierung für die basale Grundversorgung weitgehend automatisch anpasse. Die ersten Ergebnisse zeigten eine deutliche Stabilisierung der Glukoseeinstellung und ließen eine rasante Weiterentwicklung des Marktes erwarten. Praktische Erfahrungen zu diesem Thema steuerte Patientin Melanie Schwenk bei, die seit Jahren einen eigenen Blog (Mein Diabetes & ich) betreibt.

Christina Neuhaus, Leitende Oberärztin der Diabetes-Klinik, Diabetologin und Gefäßmedizinerin, stellte anschaulich vor, wie und warum sich selbst kleinste Verletzungen am Fuß eines Diabetes-Patienten sehr schnell zum „medizinischen Supergau“ entwickeln können. Solche Läsionen sollten daher sehr ernst genommen und – entsprechend den Leitlinien – rechtzeitig zur Behandlung in spezialisierte Einrichtungen weitergeleitet werden.  

Dr. Karl Förster, Allgemein-, Fuß- und Gefäßchirurg mit spezieller Expertise in der Chirurgie diabetischer Füße im Team der Diabetes-Klinik, zeigte anhand von  Fallbeispielen, dass eine Wunde bei Patienten mit diabetischem Fußsyndrom eines gleichermaßen interdisziplinären, multiprofessionellen und auch leidenschaftlichen Vorgehens bedarf, um eine adäquate Versorgung zu gewährleisten.

Der letzte Vortrag der Diabetologischen Abende ist regelhaft mit einem Blick über den Tellerrand verbunden. In diesem Jahr entführte Oberarzt Dr. Stefan Löwenthal, Leitender Oberarzt der Allgemeinchirurgie am Hochwaldkrankenhaus, seine Zuhörer nach Guinea. Als aktives Mitglied des 1995 von dem Chirurgen Dr. Baba Alimou Barry ins Leben gerufenen Vereins „Medizinische Aktionen in Guinea“ (MANGO e.V.) reist fährt er jedes Jahr für einige Wochen in dieses westafrikanische Land, um dort mit einem Team operative Eingriffe vorzunehmen, für welche die meisten dort lebenden Menschen weder Geld noch Ausstattung hätten. Das Diabeteszentrum Mittelhessen unterstützt die Arbeit des Vereins mit 2.000 Euro. Nähere Informationen über den Verein finden Interessierte unter www.mango-ev.de.