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Sonntag 22. März 2020 Alter: 66 days

„In der Krise beweist sich der Charakter“

GZW schreibt ehemalige Ärzte und Pflegekräfte an – Appell an Studenten – Intensivbettenzahl bereits um 50 Prozent erhöht


Um die GZW-Krankenhäuser für die zu erwartende Höchstbelastung zu rüsten, melden sich aktuell zahlreiche Mitarbeiter aus dem Urlaub zurück. Zusätzlich bittet das GZW ehemalige Ärzte und Pflegekräfte sowie Medizinstudenten um Hilfe.

Bad Nauheim (HR). “In der Krise beweist sich der Charakter“ – In der aktuellen Situation zitiert der Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Wetterau, Dr. Dirk M. Fellermann, gern den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt. Und er stellt erfreut fest, „dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Prüfung mit Bravour bestehen“. Die Herausforderung durch die Corona-Pandemie bewirke auch innerhalb des GZW eine große Welle der Solidarität. So meldeten sich derzeit zahlreiche Ärzte und Pflegekräfte aus dem Urlaub zurück bzw. verschöben ihren Urlaub, um mit Hand anzulegen.

„Mein Dank gilt unseren hochmotivierten Ärzten und Pflegekräften, die alles tun, um unsere Krankenhäuser für die bevorstehenden Herausforderungen weiter zu rüsten. Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor eine neue und schwierige Situation, deren Entwicklung noch dazu unabsehbar ist. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Notaufnahmen und auf den Stationen zeigen in dieser Lage große Entschlossenheit, Einsatzbereitschaft und Kompetenz“, betonte Dr. Fellermann. Auch die Schülerinnen und Schüler der Theodora-Konitzky-Akademie bewiesen vorbildliches Engagement: Nach der Absage des theoretischen Unterrichts seien sie nun alle auf Stationen der Krankenhäuser im praktischen Einsatz.

Derzeit werde jede helfende Hand gebraucht. Mit der Erweiterung der Zahl der beatmungsfähigen Intensivbetten um mehr als 50 Prozent (von 21 auf 32 Betten) erfülle das GZW schon jetzt die bundesweiten Zielvorgaben des Robert-Koch-Instituts. „Wir werden uns im Interesse der Menschen in dieser Region trotzdem bemühen, die Kapazitäten noch weiter zu erhöhen“, versicherte Dr. Fellermann.

Die Vorbereitungen dazu seien aufwändig. Es müssten nicht nur Zimmer bereitgemacht, Betten aufgestellt, Überwachungsmonitore und Beatmungsgeräte beschafft und installiert werden, sondern man benötige auch das entsprechend ausgebildete Personal. Zusätzlich zu den Urlaubsrückkehrern wird das GZW deshalb auch alle ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anschreiben mit dem Angebot, für die Zeit der Krise in ihren alten Beruf zurückzukehren. Auch Ärzte und Pflegekräfte, die bisher nicht im GZW gearbeitet haben und die Akutkrankenhäuser nun unterstützen wollen, sind herzlich willkommen.

Ein weiterer Appell richtet sich an Medizinstudenten mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Pflegekraft. „Die erste Studentin hat bereits ihre Hilfe angeboten. Wir hoffen angesichts der zu erwartenden Höchstbelastung unserer Krankenhäuser, dass weitere ihrem Beispiel folgen“, so der GZW-Geschäftsführer.
Allen Freiwilligen, ob Studenten, ehemalige Arzt- und Pflegekräfte, die in dieser Situation zur Hilfe bereit sind, steht für Bewerbungen bzw. eventuelle Anfragen die E-Mail-Adresse bewerbung@gz-wetterau.de zur Verfügung. „Ich danke schon jetzt allen sehr herzlich, die unserem Aufruf folgen“, erklärte Dr. Fellermann.