Vorlesen
< „Brauchen rasche Hilfe statt Bürokratiemonster“
Mittwoch 25. März 2020 Alter: 189 days

Prä-stationärer Untersuchungsbereich eingerichtet

„Wir gegen Corona“: Für die nötige Umrüstung von Räumen legt die Technikabteilung des GZW Sonderschichten ein


Ali Bulut an der Trennwand, mit der im Bedarfsfall der Durchgang gesperrt werden wird.

Die Untersuchungszimmer sind speziell für die Bedürfnisse symptom-behafteter Patienten eingerichtet – Sauerstoffflaschen inklusive.

Bad Nauheim (HR). Innerhalb weniger Tage und Wochen hat das Coronavirus den Alltag von Nationen rund um den Globus auf den Kopf gestellt. Schule, Arbeitsleben, Industrieproduktion, große Teile von Handel und Gewerbe und das gesellschaftliche Miteinander wurden – notgebremst – fast zum Stillstand gebracht. Unter Hochdruck arbeiten unterdessen die Menschen in den Kliniken. Rund um die Uhr treffen sie Vorbereitungen, um der anrollenden Corona-Pandemie angemessen begegnen zu können. „Wir gegen Corona“ ist das Motto einer Artikelserie, in der wir einen Blick hinter die Kulissen werfen und schildern, welche Herausforderungen die Krise den Menschen im Krankenhaus im Einzelnen abverlangt.

Ali Bulut (36) ist seit Juni 2016 Leiter der Technik und Wirtschaftsabteilung des GZW. Seit zwei Jahren ist er mit seinem Team damit beschäftigt, im Vorgriff auf den geplanten Neubau am Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim dessen 4. Bauabschnitt vorzuziehen und den 1993 errichteten südlichen Querbau abschnittweise zu sanieren. Zwei Stationen wurden mit einem Aufwand von jeweils etwa 400.000 Euro bereits saniert und renoviert. Die Arbeiten an der dritten Station wurden nun allerdings erst einmal unterbrochen.

Statt dessen sind Ali Bulut und sein Team derzeit mit vorübergehend benötigten räumlichen Umbauten beschäftigt. So wurde am vergangenen Wochenende in etwa 40 Mann-Stunden in der Funktionsabteilung im Erdgeschoss des Hochwaldkrankenhauses ein abgeschlossener Bereich zur prä-stationären Behandlung symptom-behafteter Patienten eingerichtet. Dazu wurden die dort eigentlich untergebrachte Anästhesie-Ambulanz und das Endoprothetikzentrum in Räume im Foyer des Krankenhauses verlagert, die vorher so hergerichtet werden mussten, dass die Arbeit darin am Montag direkt wieder aufgenommen werden konnte.

Die freiwerdenden Zimmer in der Funktionsabteilung wurden danach umgerüstet und beherbergen nun einen Wartebereich für Corona-Verdachtsfälle, ein eigenes Arztzimmer sowie einen Untersuchungsraum mit mehreren Liegen. Hier können – abgetrennt von den übrigen Patenten – Menschen mit Symptomen, die auf eine Corona-Infektion hinweisen, untersucht und gegebenenfalls von hier über genau definierte, von übrigen Patientenströmen getrennte Wege zur Weiterbehandlung in speziell eingerichtete Patientenzimmer gebracht werden.

Grellrote Schilder an den Türen sowie die Sauerstoffflaschen neben den Liegen sind die sichtbaren Anzeichen dafür, dass man sich in dem neu geschaffenen prä-stationären Bereich auf etwas Außergewöhnliches gefasst macht. In einem der Räume steht ein Raumteiler bereit, um im Bedarfsfall den Flur vor den Zimmern   absperren zu können. In den Räumen lagern zudem sämtliche benötigten Materialien einschließlich Schutzkleidung und Untersuchungsgeräte. In den nächsten Tagen werden ähnliche prä-stationäre Bereiche auch im Bürgerhospital Friedberg und im Kreiskrankenhaus Schotten eingerichtet.