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Freitag 15. Mai 2020 Alter: 12 days

Garten als Brücke der Begegnung

Team von „Alle Wetter“ des Hessenfernsehens sammelt Informationen zum Erlebnisgarten der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie


Drehtermin im Erlebnisgarten der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Laura die Salvo im Interview mit Oberärztin Dr. Barbara Hiller.

Björn Pfarrer erläutert das Konzept zur Ausgestaltung des Erlebnisgartens.

Die neu gesetzten Pflanzen werden gegossen.

Friedberg (HR). Mit 5000 Euro unterstützt die Umweltlotterie GENAU die Ausgestaltung des Erlebnisgartens der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie – Grund genug für Moderatorin Laura di Salvo und Kameramann Markus Zuckermann, bei einem Besuch des in Ockstadt gelegenen Geländes im Gespräch mit Dr. Barbara Hiller, Björn Pfarrer und Mira Diehl Eindrücke und Informationen zur Gartengestaltung für die abendliche „Alle Wetter“-Sendung des Hessenfernsehens einzufangen.

Der Garten der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Friedberg soll ein Garten- und Begegnungsraum für Mensch und Tier werden. Um dieses Projekt umsetzen zu können, hatte sich der pflegerische Leiter der Soteria-Station, Björn Pfarrer, bei der Umweltlotterie GENAU für den Zusatzgewinn beworben und gewonnen.

Seit 2003 wird der von der Stadt Friedberg gepachtete Garten von den Patienten der Soteriastation genutzt, doch ein wirkliches Konzept dahinter fehlte bislang. Anfang 2017 machte sich das Stationspersonal um Björn Pfarrer dazu Gedanken. Ziel war es, eine bessere Verbindung mit den Bürgern Friedbergs herzustellen, vor allem aber, über den Garten eine Brücke zur Überwindung der Stigmatisierung von psychisch kranken Menschen zu bauen und gleichzeitig auch eine kleine Oase für die heimische Tierwelt zu schaffen.

Dazu passte, 2016 das Modellprojekt „AAB – ambulante Akutbehandlung in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie“ startete und somit der Grundstein für ein offeneres Behandlungskonzept gelegt war. An zwei Vormittagen der Woche steht seitdem ein therapeutisch begleitetes Gartenprogramm an. Bei der Gartenarbeit wird die Natur mit allen Sinnen erfahren; es wird gepflanzt, geerntet, gerochen und gespürt. Erträge an Obst, Kräutern und Gemüse werden von der Back- und Kochgruppe verarbeitet.

Um aber die zahlreichen Ideen zur Schaffung eines wahren „Garten- und Begegnungsraums für Mensch und Tier“ und vor allem für alle Interessenten, also auch außerhalb der Klinik zu erschaffen, reichte das vorhandene Budget nicht wirklich aus. Riesige Freude herrschte deshalb auf der gesamten Station über den Gewinn. Ganz oben auf der Wunschliste stehen neben einem Weiden-Tipi, dessen Strukturen inzwischen schon erkennbar sind, feste Sitzmöglichkeiten, die nicht entwendet werden können. „Nur so können wir Besucher wirklich zum Verweilen einladen“, erklärt Pfarrer. Schautafeln mit Informationen zu den Bepflanzungen im Garten, ein Igelhäuschen, ein Fledermausquartier, ein Insektenhotel und Material zur Anlage eines Barfußpfads werden das Angebot für jedermann abrunden. Außerdem kann nun die Bienenwiese vergrößert und der Garten um weitere Sträucher, Blumen, Kräuter und diverse Gemüsesorten erweitert werden. Damit sollen sich Patienten, Besucher, Vögel, Tiere und Insekten bald gleichermaßen heimisch fühlen.