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Freitag 29. Mai 2020 Alter: 35 days

Neubau: Baugenehmigung eingetroffen

Nach zweijähriger Planung starten die Arbeiten am Hochwaldkrankenhaus mit der Erweiterung des OP-Traktes


Landrat Jan Weckler (links, mit GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann) hatte bei seinem heutigen Besuch die Baugenehmigung für den 1. Bauabschnitt im Gepäck.

Schnitt durch den geplanten Erweiterungsbau des OP-Traktes von Norden gesehen: Es wird eine weitere Verbindung in den Krankenhaus-Altbau entstehen sowie auf dem Dach des OP-Traktes eine Technik-Zentrale.

Bad Nauheim (HR). Seit mehr als zwei Jahren wird intensiv geplant, nun steht die Inangriffnahme des 1. von vier Bauabschnitten für den auf 60 Millionen Euro veranschlagten Neubau am Hochwaldkrankenhaus unmittelbar bevor. Rechtzeitig vor dem geplanten Beginn der Erdarbeiten Anfang Juni 2020 hat Landrat Jan Weckler am gestrigen Freitag GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann die Baugenehmigung für den 1. Bauabschnitt überbracht. Dieser umfasst die Erweiterung des Operationstraktes sowie der Sterilgutaufbereitung.

Mit dem Bau des Hochwaldkrankenhauses als Ersatz für eine viel zu klein gewordene Vorgängereinrichtung in der Karlstraße (gegenüber der Synagoge) hatte die Stadt Anfang der 1930er Jahre auch ihrer über die Jahrzehnte gewachsenen Bedeutung als Kurstadt Rechnung getragen. Danach wurde das Krankenhaus mehrfach den geänderten und gestiegenen Anforderungen des Gesundheitssystems angepasst.

Kernstu?ck des Hochwaldkrankenhauses ist der ab 1933 errichtete und 1935 eingeweihte, zweigeschossige Altbau, der 1964 um ein westlich gelegenes Personalwohnheim ergänzt wurde. 1966 erfolgte die Aufstockung des Bettenhauses um zwei Stockwerke, doch der Bedarf an Betten stieg stetig. 1992 und 1996 wurden deshalb in zwei Bauabschnitten jeweils im rechten Winkel zum Altbau ein südlicher Querbau (mit Endoskopie, Radiologie und Ambulanz im Erdgeschoss und darüber drei Betten-Geschossen) und ein nördlicher Querbau mit weiteren Stationsflächen errichtet.

2001 ging der an die Ostfassade des Altbaus angeschlossene Neubau des Operationstraktes in Betrieb. Im Untergeschoss des Gebäudes, das aufgrund der Hanglage des Grundstücks natürlich beleuchtet ist, fand die zentrale Sterilgutaufbereitung ihren Platz. 2011 wurde die Notfallaufnahme des Krankenhauses durch einen Anbau zur IDA (interdisziplinäre Aufnahme) erweitert. Ein Jahr zuvor war bereits westlich des Krankenhauses das Facharzt-und Servicezentrum errichtet worden.

Anlässlich der Übergabe der Baugenehmigung für den 1. Bauabschnitt des aktuellen Neubau-Projekts würdigte Landrat Jan Weckler die Bedeutung der Krankenhäuser. „In der Coronakrise hat sich gezeigt, wie wesentlich eine strukturierte und adäquate Gesundheitsvorsorge ist. Dazu gehört die Verfügbarkeit von ausreichend Allgemein- und Intensivbetten ebenso wie des entsprechend qualifizierten Personals. Wir freuen uns, dass wir im Wetteraukreis dank des kommunalen Gesundheitszentrums Wetterau gut aufgestellt sind und es mit dem Neubau auch bleiben werden“, betonte Weckler.

Zur Finanzierung des derzeit 60 Millionen Euro plus Einrichtungskosten geschätzten Neubaus verwies der Landrat auf die 15 Millionen Euro, die von den Gesellschaftern kommen sollen. Ein nachdrückliches Lob richtete er an die Adresse von Geschäftsführer Dr. Fellermann, der dem GZW erhebliche Fördermittel (26,2 Millionen Euro aus dem Strukturfonds, zehn Millionen Euro Landes-Krankenhausförderdarlehen) gesichert hat. „Zusammen mit den für den 1. Bauabschnitt bereits bewilligten 7 Millionen Euro und einer Aufstockung der Pauschalförderung um 3,5 Millionen Euro ergibt dies eine staatliche Förderquote für die geplante Baumaßnahme von aktuell rund 75 Prozent – das ist außergewöhnlich!“, stellte Weckler fest.   

Anfang Juni werden die Erdarbeiten für den 1. Bauabschnitt beginnen, mit dem der Operationstrakt nicht nur um einen OP-Saal, sondern auch um einen Rüstplatz erweitert wird, durch den die OP-internen Abläufe weiter optimiert werden. Vergrößert wird im Vorgriff auf die Zusammenlegung der stationären Versorgung für die westliche Wetterau am Standort Bad Nauheim auch die Sterilgutaufbereitung. In den vergangenen Wochen waren bereits die Fenster im Untergeschoss des Krankenhaus-Altbaus sowie die nördliche Tür des OP-Trakts staubdicht verschlossen, ein Bauzaun sowie ein Gerüst errichtet worden, das für Arbeiten an den Fassaden des OP-Trakts sowie des Krankenhaus-Altbaus benötigt wird.