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Montag 31. August 2020 Alter: 25 days

Grundstein für 60-Millionen-Projekt

Drei Monate nach Beginn des 1. Bauabschnitts am Hochwaldkrankenhaus wichtiger Meilenstein erreicht


Befüllten den Grundstein mit unter anderem mit aktuellen Tageszeitungen, Münzen, einer Baubeschreibung, Informationen über das GZW und dem „Erkennungszeichen dieses Jahres“, einem Mund-Nasen-Schutz (von links): Bürgermeister Klaus Kreß, GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann, Landrat Jan Weckler und Leitender Architekt Dirk Hohoff.

Bad Nauheim (HR). Mit der Grundsteinlegung am gestrigen Montagmorgen hat das in vier Bauabschnitte unterteilte 60-Millionen-Neubauprojekt am Hochwaldkrankenhaus einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Gemeinsam mit GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann und dem Leitenden Architekten Dirk Hohoff (a|sh sander.hofrichter architekten GmbH) befüllten Landrat Jan Weckler und Bürgermeister Klaus Kreß als Vertreter der GZW-Gesellschafter Wetteraukreis und Stadt Bad Nauheim die in den Grundstein eingelassene Öffnung unter anderem mit aktuellen Tageszeitungen, Münzen, einer Baubeschreibung, Informationen über das GZW und dem „Erkennungszeichen dieses Jahres“, einem Mund-Nasen-Schutz. Versehen mit der Jahreszahl 2020, wird der Grundstein an einem prominenten Standort des Neubaus eingemauert und bei einer eventuellen Öffnung in ferner Zukunft den Tag der Grundsteinlegung ins Gedächtnis rufen.

Mehr als zwei Jahre lang war die Erweiterung des Hochwaldkrankenhaues intensiv geplant worden. Ende Mai, unmittelbar vor dem Beginn der Erdarbeiten im 1. Bauabschnitt, überbrachte Landrat Jan Weckler dann die Baugenehmigung für diesen Teil des Projekts, der die Erweiterung des Operationstraktes sowie der Sterilgutaufbereitung umfasst.

Mit dem Neubau wird der 1935 eingeweihte, zweigeschossige Altbau des Hochwaldkrankenhauses zum sechsten Mal nach 1966 (Aufstockung um zwei Stockwerke), 1992 (Anbau des südlichen Querbaus mit Endoskopie, Radiologie und Ambulanz und drei Betten-Geschossen), 1996 (Anbau des nördlichen Querbaus mit weiteren Stationsflächen), 2001 (östlicher Anbau des Operationstraktes) und 2011 (Anbau der neuen Interdisziplinären Aufnahme) entsprechend den veränderten Erfordernissen grundlegend erweitert.

Anlässlich der Grundsteinlegung würdigten Landrat Weckler und Bürgermeister Kreß die Bedeutung der Krankenhäuser. „In der Coronakrise hat sich gezeigt, wie wesentlich eine strukturierte und adäquate Gesundheitsvorsorge ist. Dazu gehört die Verfügbarkeit von ausreichend Allgemein- und Intensivbetten ebenso wie des entsprechend qualifizierten Personals. Wir freuen uns, dass wir im Wetteraukreis dank des kommunalen Gesundheitszentrums Wetterau gut aufgestellt sind und es mit dem Neubau auch bleiben werden“, betonte Weckler.

Bürgermeister Kreß hob die zentrale Rolle Bad Nauheims in der regionalen Gesundheitsversorgung hervor. Aufbauend auf ihrem Ruf als weltweit renommiertes Herzheilbad beherberge die Stadt heute neben dem Hochwaldkrankenhaus, in dem das GZW künftig seine stationäre Versorgung konzentrieren werde, mehrere Fach- und Rehakliniken sowie internationale Forschungseinrichtungen der Herz- und Lungenheilkunde. „Mit dem Neubau am Hochwaldkrankenhaus sichern wir den Gesundheitsstandort Bad Nauheim langfristig und garantieren damit der Bevölkerung in Stadt und Kreis den wohnortnahen Zugang zur medizinischen Grund- und Regelversorgung ebenso wie zu hochspezialisierten Leistungen beispielsweise in der Pneumologie, Geriatrie und Onkologie“, erklärte Kreß.

Zur Finanzierung des 60 Millionen Euro plus Einrichtungskosten teuren Neubaus steuern die Gesellschafter 15 Millionen Euro bei. 26,2 Millionen Euro kommen aus dem Strukturfonds des Bundes, zehn Millionen Euro sind Landes-Krankenhausförderdarlehen. Dazu kommen 7 Millionen Euro für den 1. Bauabschnitt, die bereits vor zwei Jahren bewilligt worden waren, und eine Aufstockung der jährlichen Pauschalförderung um 3,5 Millionen Euro.   

Im 1. Bauabschnitt wird der Operationstrakt um einen OP-Saal sowie einen Rüstplatz erweitert, durch den die OP-internen Abläufe weiter optimiert werden, und die Sterilgutaufbereitung vergrößert. Nach dem Abriss des 1996 errichteten nördlichen Querbaus im kommenden Jahr wird an den Alt- sowie den südlichen Querbau der F-förmige Neubautrakt angesetzt, der die bestehenden Bauten zu einem rechteckigen Komplex mit Mittelbau und zwei Innenhöfen ergänzt. Die Nutzfläche des Krankenhauses wird dadurch um 7.750 auf 16.750 Quadratmeter erweitert, die Zahl der Betten um 193 auf 430 aufgestockt (die Zahl der Intensivbetten auf 30), der Haupteingang an die nordwestliche Ecke des Neubaus verlegt und zusätzlicher Parkraum geschaffen. Mit dem Ende der Baumaßnahmen wird für 2025 gerechnet.