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Dienstag 04. Mai 2021 Alter: 86 days

Bedarf an Pflegekräften decken

GZW setzt auch auf die Anwerbung von Fachkräften im Ausland


Lächeln für die Kamera: Eine Gruppe der jüngst eingetroffenen ausländischen Pflegekräfte konnte sich die Teilnahme am Fototermin einrichten, auf dem Foto zu sehen mit Pflegedienstleiter Mark Griffin und Praxisanleiterin Karina Bugner (Zweite von rechts).

Bad Nauheim (HR). Die Situation ist nicht neu, allerdings hat die Corona-Pandemie im Verbund mit den immer wiederkehrenden Kontakt- und Alltagsbeschränkungen das Problem stärker in den Fokus der allgemeinen Öffentlichkeit gerückt: In bundesdeutschen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen fehlen -zigtausend Pflegekräfte. Zu den zahlreichen Maßnahmen, mit denen das Gesundheitszentrum Wetterau dieser Entwicklung gegensteuert, gehört die vor Jahren angebahnte Anwerbung von ausländischen Pflegekräften. Die ersten sind vor wenigen Wochen eingetroffen.

Phasenweisen Fachkräftemangel gab es in den Kliniken hierzulande während der letzten hundert Jahren immer wieder. Parallel zur Anwerbung der so genannten Gastarbeiter für die Industrie wurde seit den 1960er Jahren auf die Wellenbewegung in Angebot und Nachfrage im Pflegeberuf mit der Einladung ausländischer Fachkräfte reagiert. So kamen beispielsweise in mehreren Schüben Tausende von philippinischen Pflegekräften ins Land.

Die im Juli 2019 gegründete „Task Force Personal“ des GZW hatte die Mitarbeiterakquise im Ausland von Anfang an als wesentlichen Aspekt ihrer Tätigkeit betrachtet. „Unsere ursprüngliche Planung war, ausgewählte GZW-Mitarbeiter*innen nach entsprechender Kontaktanbahnung ins europäische Ausland zu schicken, um dort vor Ort und persönlich mit Interessent*innen Kontakt aufzunehmen“, erläutert Mark Griffin, Pflegedienstleiter im Hochwaldkrankenhaus. Als alle Vorbereitungen abgeschlossen waren und die erste Reise eines Mitarbeiters bereits gebucht war, machten die corona-bedingten Reisebeschränkungen der Task Force einen dicken Strich durch die Rechnung.  

Also wurden die Pläne zur persönlichen Vor-Ort-Akquise erst einmal auf Eis gelegt, nicht aber die Bemühungen, Mitarbeiter zu gewinnen. In Gesprächen mit führenden und erfahrenen Anbietern wurden Kontakte nun digital angebahnt, mit dem vollen Programm. Erstgespräche und Auswahlverfahren wurden online durchgeführt, ebenso die Planung von Ankunft, Begrüßung und Einarbeitung. Anfang März traf der erste dieser neu gewonnenen Kolleg*innen ein, knapp ein Dutzend weitere folgten bislang. Nach der Einarbeitung werden die neuen Mitarbeiter*innen auf die GZW-Krankenhäuser und dort wiederum auf die Stationen verteilt.

„Die Gewinnung zusätzlicher Mitarbeiter*innen ist eine Aufgabe, der wir uns mit voller Kraft stellen, damit wir unseren Auftrag, die stationäre Gesundheitsversorgung der Region zu sichern, auch zuverlässig erfüllen können“, betonte GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann. Neben der erheblichen Ausweitung der Ausbildungskapazitäten der Theodora-Konitzky-Akademie sei die Anwerbung ausländischer Mitarbeiter*innen ein wichtiges Instrument, um zum Wohle der regionalen Bevölkerung den Bedarf an Fachkräften zu decken.