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Donnerstag 23. September 2021 Alter: 31 days

Fußamputationen vermeiden

AG Fuß der DDG zeichnet Diabeteszentrum Mittelhessen als „Fußbehandlungseinrichtung DDG“ aus


Freuen sich über die Auszeichnung als „Fußbehandlungseinrichtung DDG“ (von links): Dr. Helga Fink, Wundmanagerin Andrea Fett und Dr. Isabel Martin.

Bad Nauheim (HR) Schöner Erfolg für Dr. Isabel Martin, Dr. Helga Fink und Dr. Michael Eckhard und ihr Team im Diabeteszentrum Mittelhessen (DZM): Die AG Diabetischer Fuß der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) hat ihrer Einrichtung angesichts hoher Qualität in der Fußbehandlung das begehrte Zertifikat „Fußbehandlungseinrichtung DDG“ verliehen. „Wir freuen uns sehr! Diese Auszeichnung spornt uns weiter an, alles zu tun, damit bei unseren Patienten eine gute Lebensqualität erhalten und eine Fußamputation vermieden wird“, erklärten die drei Diabetolog*innen. GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann sprach Dr. Martin, Dr. Fink und Dr. Eckhard Lob und Dank für ihr Engagement aus: „Menschen mit Diabetes mellitus sind in Ihrer Praxis in besten Händen!“

Viele Menschen, die von Diabetes mellitus betroffen sind, kennen die Angst vor einer Fußamputation, weil sich eine Wunde gebildet hat, die einfach nicht heilen will. In vielen Fällen lässt sich dieses Schreckensszenario jedoch verhindern, nämlich dann, wenn der Diabetes-Patient/die Diabetes-Patientin auch in Bezug auf das so genannte „Diabetische Fußsyndrom“ qualifiziert, strukturiert und umfassend betreut wird.

Diabetes ist die Volkskrankheit Nr. 1 in Deutschland: Sieben Millionen Menschen sind betroffen. Weil die Krankheit unter anderem die Blutgefäße in Mitleidenschaft zieht, haben die Patient*innen ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Nierenversagen, Augenleiden, Herz-Kreislauferkrankungen oder eben das „diabetische Fußsyndrom“. Dabei verursacht eine eintretende Nervenschädigung Empfindungsstörungen, die dazu führen, dass der Patient Verletzungen und Schädigungen am Fuß nicht rechtzeitig und nicht hinreichend störend wahrnimmt. Fehlende Schutzfunktionen, schlechtere Infektabwehr sowie wie in vielen Fällen eine zusätzliche Durchblutungsstörung bewirken eine schlechtere Wundheilung. So verschlimmern sich Wunden weiter – bis schließlich (Teil-)Amputationen unumgänglich werden können. 70 Prozent aller Amputationen in Deutschland betreffen Menschen mit Diabetes.

Im Diabeteszentrum Mittelhessen trägt man maßgeblich dazu bei, dass es gar nicht erst so weit kommt. Das Zertifizierungsverfahren der AG Diabetischer Fuß der DDG wurde eingeführt, um die Vorhaltung und Qualifikation von Ausstattung und Personal der Behandlungseinrichtung ebenso zu überprüfen wie Struktur und Prozess der Behandler selbst und deren Ergebnisse. „Wichtig ist, dass bereits kleinste Wunden schnell bemerkt werden, denn dann können Verschlimmerungen vermieden, optimal behandelt und der Fuß in vielen Fällen erhalten werden“, erläuterte Dr. Martin. Hierfür sorgt außer den fußerfahrenen Ärzten auch die Wundmanagerin Andrea Fett.

Ein wichtiger Aspekt der erfolgreichen Fußbehandlung ist die abgestimmte Kooperation im interdisziplinären Team. Das Diabeteszentrum Mittelhessen arbeitet eng mit Podolog*innen und orthopädischen Schuhmachermeisterbetrieben zusammen. Spezielle Schuhe, Einlagen oder sogenannte Orthesen unterstützen die Entlastung, ohne die Fußwunden oft nicht abheilen. Im Bedarfsfall werden stets auch Ärzt*innen anderer Fachgebiete hinzugezogen, mit denen für die Zertifizierung obligatorisch Kooperationen vorgelegt werden müssen.

Patienten profitieren zudem von der engen Kooperation mit der GZW Diabetesklinik, die von der Deutschen Diabetesgesellschaft regelmäßig sowohl als Fußbehandlungseinrichtung zertifiziert wird als auch zertifiziertes Diabeteszentrum für Typ1- und Typ2- Diabetes ist. So erfolgen stationäre und ambulante Versorgung Hand in Hand.

„Das diabetische Fußsyndrom erfordert eine sehr gründliche und koordinierte Behandlung durch ausgewiesene Experten“, betont DDG-Präsident Professor Dr. med. Andreas Neu. „Das Diabeteszentrum Mittelhessen verfügt über umfassende Fachkenntnisse auf diesem Gebiet.“ Das Zertifikat „Fußbehandlungseinrichtung DDG“ gilt für drei Jahre, dann muss erneut nachgewiesen werden, dass die strengen Kriterien weiterhin erfüllt sind.

In Deutschland werden jährlich rund 40.000 Diabetes-Patienten Teile des Fußes oder der gesamte Fuß amputiert. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 80 Prozent dieser Fälle durch eine bessere Behandlung vermeidbar wären. Für die Betroffenen bedeutet der Verlust des Fußes nicht nur einen großen Verlust an Lebensqualität: Sie haben in der Folge auch ein erhöhtes Sterberisiko. Daher ist eine zeitnahe strukturierte Versorgung des Fußes bei Patienten mit Diabetes unerlässlich.