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Samstag 01. Januar 2022 Alter: 18 days

Von „ruhig“ bis „sehr turbulent“

Nach der Silvesternacht ziehen die Notaufnahmen der GZW-Krankenhäuser gemischte Bilanzen


In der Notaufnahme des Kreiskrankenhauses Schotten musste zeitweise die Polizei für Ordnung sorgen.

(HR) Bad Nauheim/Friedberg/Schotten. Von ruhig bis sehr turbulent: Am Neujahrstag zogen die Notaufnahmen der drei GZW-Krankenhäuser in Friedberg, Bad Nauheim und Schotten ganz unterschiedliche Bilanzen für die Silvesternacht.

„Bei uns war es ruhig“, erzählt Diana Siegler, Pflegekraft in der Notaufnahme des Bürgerhospitals Friedberg. Während des Tages waren unter anderem drei Covid-Fälle gekommen, doch nach der Dämmerung bis in die Morgenstunden steuerten nur noch sechs Patient*innen die Notaufnahme an, wobei das Spektrum der Symptome von übermäßigem Alkoholgenuss über Magen-Darm-Infekt bis zur Lungenentzündung (ohne Covid) reichte.

Ganz anders im Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim. „Hier war es sehr turbulent“, fasst Iris Mahlik, Stationsleiterin der Notaufnahme, kurz und bündig zusammen. Dahinter verbergen sich etliche Platzwunden, teils bedingt durch Stürze, als deren Gründe wiederum zu tiefe Blicke in Glas oder Flasche beziehungsweise Stolpern auf unebenem Boden angegeben wurden. Sechs Personen unterschiedlichen Alters mussten wegen toxischen Alkoholgenusses behandelt werden. Dazu kamen die alltagsüblichen internistischen Probleme wie Patient*innen mit Bluthochdruck oder dem Verdacht auf Herzinfarkt.

„Anstrengend und viel!“, lautet die Bilanz im Kreiskrankenhaus Schotten. Veronika Minnert, Stationsleiterin der Notaufnahme, konstatierte zum zweiten Mal in Folge in einer Silvesternacht außergewöhnlich viele „Alkoholvergiftungen“, wie der toxisch wirkende Alkoholkonsum im Volksmund genannt wird. „Man hat den Eindruck, dass das auch mit der Pandemie und den Einschränkungen zusammenhängt, dass die Leute in dieser Situation mehr trinken“, sagt Veronika Minnert. Mehrere der Alkohol-Patient*innen erwiesen sich zudem als nicht so ganz folgsam, weshalb die Polizei zur Unterstützung gebeten werden musste, „bis diese Personen wieder im Taxi auf dem Weg nach Hause waren“.   

Ansonsten gab es in Schotten ebenfalls einige Kopfplatzwunden nach Stürzen zu verarzten sowie internistische Patient*innen zu versorgen. Neben Personen mit Lungenerkrankungen und Herzrhythmusstörungen kamen in der Silvesternacht drei Menschen in die Notaufnahme, bei denen eine Corona-Infektion festgestellt wurde. Eine von ihnen wurde direkt in die Intensivstation der Uniklinik Gießen weitergeleitet, die beiden anderen wurden im Kreiskrankenhaus Schotten isoliert und stationär aufgenommen.