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Freitag 18. März 2022 Alter: 71 days

Begleitung bei der „Hilfe zur Selbsthilfe“

Psychiatrische Tagesklinik Bad Salzhausen feiert (pandemiebedingt im Stillen) am Samstag ihr zehnjähriges Bestehen


Aufwändig saniert, von außen und im Detail: aus dem ehemaligen Kurmittelhaus wurde die Psychiatrische Tagesklinik Bad Salzhausen.

Erinnerungsfoto von der Eröffnungsfeier im März 2012: (von links): Chefarzt Dr. med. Michael Putzke, Bauleiter Rüdiger Flienert, Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Dr. Friedrich Grimminger, Architekt Heiko von der Heid, der damalige GZW-Geschäftsführer Wolfgang Potinius, Staatsministerin Lucia Puttrich, Bürgermeister Hans-Peter Seum, Erster Stadtrat Reimund Becker, der damalige Vorsitzende des GZW-Aufsichtsrats, Joachim Arnold, und der damalige Vorsitzende der GZW-Gesellschafterversammlung, Armin Häuser, mit der Reproduktion einer Postkarte, die das alte Kurmittelhaus Bad Salzhausen noch an seinem ursprünglichen Standort in Bad Nauheim zeigt.

Bad Nauheim/Nidda (HR). Es herrschte „große Freude über den weiteren Baustein in der GZW-Architektur“ bei der Veranstaltung, mit der im März 2012 zahlreiche Ehrengäste, darunter Staatsministerin Lucia Puttrich, die bevorstehende Eröffnung der Psychiatrischen Tagesklinik in Nidda-Bad Salzhausen feierten. Am heutigen 19. März jährt sich zum zehnten Mal der Tag, an dem die ersten Patient*innen in der 20 Plätze umfassenden Einrichtung aufgenommen wurden, für die das ehemalige Kurmittelhaus zuvor aufwändig in Stand gesetzt worden war – Anlass für einen kurzen Rückblick und eine Bestandsaufnahme.

Die Erkenntnis, eine quantitativ ausreichende psychiatrische Versorgung wohnortnah zu benötigen, hatte 2003 zur Eröffnung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Bürgerhospital in Friedberg geführt. Nach den Grundsätzen der Offenen Psychiatrie werden dort auf den vier Stationen Depression, Gerontopsychiatrie, Soteria und Sucht jeweils 20 Patient*innen stationär behandelt. Von Anfang an bestand das Bestreben des Krankenhausverbundes GZW und seiner Gesellschafter, die psychiatrische Versorgung weiter in die Fläche zu tragen – ein Gedanke, der 2012 in Bad Salzhausen erstmals umgesetzt wurde.

Nur wenige Tage nach der feierlichen Eröffnung und sorgfältiger Vorbereitung konnten am 19. März 2012 die ersten Patient*innen zur Behandlung in der Tagesklink Bad Salzhausen aufgenommen werden. Seither erhalten dort bis zu 20 Menschen mit psychiatrischen Störungen teilstationär Hilfe. Daneben finden therapeutische Einzelgespräche und Gruppenangebote im ambulanten Rahmen statt, die sich insbesondere an schwer und chronisch psychisch kranke Menschen richten, allerdings keine Notfallversorgung einschließen.

„Die Tagesklinik mit ihrer teilstationären Behandlung stellt eine Ergänzung zur ambulanten Versorgung durch niedergelassene Psychiater*innen bzw. Psychotherapeut*innen sowie zur vollstationären Behandlung dar“, betonte GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann, der anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Einrichtung allen dort Tätigen herzlich für ihren kontinuierlichen großen Einsatz dankte: „Dass die Einrichtung nun bereits auf zehn erfolgreiche Jahre im Dienste der Menschen in der Region zurückblicken kann, ist vor allem das Verdienst derjenigen, die dort täglich kompetent und empathisch ihre Arbeit tun.“

Eine Aufnahme in die Tagesklinik erfolgt entweder nach persönlicher Anmeldung in Verbindung mit einer Einweisung durch Haus- oder Fachärzt*innen oder als Nachbehandlung bei vorangegangener stationärer Therapie. Für die besonderen Herausforderungen durch die Pandemie wurden angepasste Konzepte mit verringerter Belegung entwickelt.

„Die Außenstelle Bad Salzhausen der Klinik für Psychiatrie in Friedberg ist ein wichtiger Faktor in der regionalen Versorgung von psychisch beeinträchtigten Menschen und stellt zusammen mit der Tagesklinik in Bad Vilbel die teilstationäre psychiatrische Unterstützung von Menschen mit seelischen Störungen in einem großen Teil des Wetteraukreises sicher“, erklärte Landrat Jan Weckler, der den Mitarbeiter*innen der Tagesklinik Bad Salzhausen, aber auch dem GZW insgesamt herzlich zum zehnjährigen Jubiläum gratulierte.
Behandelt in der Tagesklinik Bad Salzhausen werden Patient*innen ab dem 18. Lebensjahr mit verschiedenen Störungen aus dem allgemeinpsychiatrischen Spektrum, ausgenommen sind dabei allerdings dementielle Entwicklungen, Sucht- und Essstörungen sowie akute Psychosen.

Das Team der Tagesklinik mit integrierter Ambulanz, das seine Arbeit als Begleitung bei der „Hilfe zur Selbsthilfe“ versteht, setzt sich zusammen aus Mitarbeiter*innen der psychiatrischen Pflege, Psycholog*innen, Fach*ärztinnen, einer Ergotherapeutin, einer medizinischen Fachangestellte und einem Sozialarbeiter. Das therapeutische Angebot der Tagesklinik umfasst hauptsächlich Gruppentherapien wie Ergotherapie, Interaktionsgruppe, psychotherapeutische Gesprächsgruppe, Bewegungstherapie, Psychoedukation, Entspannungstherapie, tiergestützte Außenaktivitäten sowie  milieutherapeutische Angebote.

Der Standort Bad Salzhausen mit seinem ruhigen Ambiente in schöner Landschaft  hat sich nach Erfahrung des Behandlungsteams als wohltuend für die Gesundung von psychisch erkrankten Menschen erwiesen. „Wir möchten weiterhin die wohnortnahe Unterstützung unter Einbeziehung des sozialen Umfeldes der Patient*innen gewährleisten und freuen uns auf die nächsten zehn Jahre in Bad Salzhausen“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Mitarbeiter*innen.