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Dienstag 02. August 2022 Alter: 17 days

Positives Fazit nach Aufklärungskampagne

„Herzenssache Lebenszeit“: Gesundheitszentrum Wetterau und Kerckhoff-Klinik wollen auch 2023 wieder dabei sein


Herzenssache Lebenszeit: Station Nidda

Herzenssache Lebenszeit: Station Butzbach

In Bad Nauheim ließ es sich Bürgermeister Klaus Kreß (Dritter von rechts) nicht nehmen, dem am Aliceplatz stehenden Aufklärungsbus einen Besuch abzustatten. Unser Foto zeigt ihn mit (von links) Fachbereichsleiter Matthias Wieliki, Guido Heinzmann (Boehringer Ingelheim), Dr. med. Isabel Martin (Diabeteszentrum Mittelhessen, GZW), Dr. med. Catharina Hamm (Kerckhoff-Klinik) und Dr. Dr. med. Florian Roessler (Bürgerhospital Friedberg, GZW).

Herzenssache Lebenszeit: Station Friedberg

Region (HR). Eine weit fortgeschrittene Carotis-Stenose mit hohem Schlaganfall-Risiko, fünfmal Verdacht auf Vorhofflimmern, ein zuvor unerkannter Bluthochdruck, eine ganze Reihe erhöhter kardiovaskulärer Risiken, mehrere Fälle von erhöhten Blutzuckerwerten – nach Auswertung der Untersuchungsergebnisse ziehen der Neurologe Dr. Dr. med. Florian Roessler (Bürgerhospital Friedberg/GZW), die Kardiologin Dr. med. Catharina Hamm (Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim) und der Diabetologe Dr. med. Michael Eckhard (GZW Diabetes-Klinik Bad Nauheim) ein durchweg positives Fazit ihrer Teilnahme an der von Boehringer Ingelheim bundesweit organisierten Aufklärungskampagne „Herzenssache Lebenszeit“.

Nach zweijähriger Corona-Pause fand die Kampagne in diesem Jahr erstmals wieder live statt, und erstmals beteiligte sich die Kerckhoff-Klinik an der in den Vorjahren von Medizinern des Gesundheitszentrums Wetterau durchgeführten Aktion. Drei Tage lang tourte der Info-Bus – ein ausgedienter Londoner Doppeldeckerbus, der längst Wahrzeichen und Kristallisationspunkt der bundesweiten Kampagne geworden ist – durch die Wetterau. Stationen waren Nidda, Butzbach, Bad Nauheim und Friedberg, und ein herzlicher Dank der Organisatoren geht an die vier Stadtverwaltungen, die durch Ausstellung der erforderlichen Genehmigungen die Tour tatkräftig unterstützten.

Befürchtungen, nach der Pandemie-Pause und bedingt durch die immer noch latent vorhandene Furcht vor Ansteckung könne es der Aktion an Zuspruch mangeln, erwiesen sich schnell als unbegründet, im Gegenteil: „Ich habe eher den Eindruck, dass die Menschen nach ihrem langen weitgehenden Rückzug ins häusliche Umfeld geradezu nach Informationen zu Gesundheitsthemen dürsten“, brachte Dr. Hamm die Beobachtungen der Mediziner auf den Punkt.

Tatsächlich wurden der rote Bus und das Ärzteteam an allen vier Standorten jeweils bereits von Interessent*innen erwartet, die teilweise bereits eine halbe Stunde im Vorfeld gekommen waren. Am Anfang stand für alle der geschätzt insgesamt 250 Besucher*innen das Ausfüllen der unterschiedlichen Risikofragebogen. Getrennt nach den Themen Schlaganfall, Herzschwäche und Diabetes wurde durch Ankreuzen der Antworten zu 12 bis 15 Fragen das jeweilige Krankheitsrisiko ermittelt. Je nach Ergebnis führte das folgende Gespräch mit einem Facharzt oder einer Medizinischen Fachangestellten zu einer beruhigenden Mitteilung, weiterer Anamnese oder der Empfehlung, für weitere Untersuchungen den Haus- oder einen Facharzt aufzusuchen.

Wie in den vergangenen Jahren war das Spektrum der Ergebnisse weit gefächert. „Der signifikanteste Fall aus neurologischer Sicht war der einer weit fortgeschrittenen Stenose der Halsschlagader; diesen Patienten haben wir sofort ins Krankenhaus geschickt“, berichtet Dr. Roessler. Dr. Eckhard zog gemeinsam mit Dr. Isabel Martin und dem Team vom Diabeteszentrum Mittelhessen ebenfalls eine positive Bilanz: „Die Fragesteller*innen, die anhand der Fragebögen und eines Bluttests ein erhöhtes Risiko für einen Diabetes erkannten, haben nun gute Chancen, diese Entwicklung noch aufzuhalten“.

Gemeinsam waren die drei Ärzte sich einig darin, dass die Präventionskampagne eine gute Sache sei: „Es geht immer darum, bei den Menschen ein Bewusstsein sowohl für Erkrankungsrisiken als auch für die Möglichkeiten der Vorbeugung und Vermeidung zu entwickeln“, betonte Dr. Eckhard, Dr, Hamm und Dr. Roessler und zeigten sich gerne bereit, im nächsten Jahr an einer weiteren Tour teilzunehmen.

Projektleiterin Birgit Härtle vernahm dies mit Freude: „Die Experten-Teams in den roten Info-Bussen stehen den Besucherinnen und Besuchern für alle Fragen rund um das Thema Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Verfügung. Viele Patientinnen und Patienten wissen beispielsweise gar nicht, wie eng Diabetes mit Erkrankungen des Herzens oder Schlaganfällen zusammenhängt. Hier wollen wir aufklären, damit die Menschen aktiv vorbeugen können.“