Nachsorge

Nach Abschluss der Primärbehandlung folgt die Nachsorge. Durch die Nachsorge, die in den ersten Jahren alle drei Monate und dann halbjährlich erfolgt, sollen Rezidive (Wiederauftreten der Tumorerkrankung) und Zweitkarzinome in der anderen Brust möglichst früh erkannt und behandelt werden und außerdem Nebenwirkungen der Therapie mit dem Ziel einer optimalen Lebensqualität der Patientin entgegengewirkt werden. Die Nachsorge findet im Regelfall durch die behandelnden Frauenärztinnnen und Frauenärzte statt. Zu einigen Untersuchungen (Mammographie, gelegentlich auch Ultraschall) können die Patientinnen bis zu zweimal pro Jahr auch zu uns in die Klinik überwiesen werden.


DMP-Programm

Im Jahr 2003 wurde von den gesetzlichen Krankenkassen das Disease-Management-Programm (DMP) für Brustkrebs  gestartet. Durch das strukturierte Behandlungsprogramm soll vor allem eine verstärkte Kooperation und Abstimmung der einzelnen Leistungserbringer sowie einer generellen Orientierung an wissenschaftlich abgesicherten und aktuellen („evidenzbasierten”) Behandlungsempfehlungen erreicht werden. Zusätzlich sollen durch solche Programme die Kosten für die Krankenkassen gesenkt werden. Das Hochwaldkrankenhaus steht als Koordinationsklinik an der Spitze des DMP-Brustzentrums Mittelhessen, zu dem sich 2003 die Kliniken Bad Nauheim, Lich, Gießen, Wetzlar und Bad Hersfeld zusammengeschlossen haben. Um am DMP Brustkrebs teilnehmen zu können, müssen Patientinnen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • gesetzlich krankenversichert sein
  • eine Brustkrebserkrankung bzw. das Wiederauftreten der Erkrankung muss durch einen Arzt eindeutig diagnostiziert sein, wobei die Diagnosestellung nicht länger als 5 ½ Jahre zurückliegen darf, es sei denn es ist zwischenzeitlich eine Wiedererkrankung aufgetreten


Die Einschreibung in das DMP-Programm erfolgt durch uns. Dies erfordert Ihre schriftliche Teilnahmeeinwilligung. Fast alle niedergalassnene FrauenärztInnen nehmen am DMP teil und übernehmen nach der Erstbehandlung die Funktion des koordinierenden Arztes. Sie sind dann für Sie als Patientin die zentralen Ansprechpartner, die sie während des gesamten Behadlungsprozesses begleiten und alle sechs Monate Folgedokumentationen an die Krankankasse senden. Durch gezielte, qualitativ gesicherte und ausführliche Informationen werden die Patientinnen aufgeklärt und in die Lage versetzt, selbst stärker aktiv am eigenen Behandlungsprozess mitzuwirken. Zudem soll durch die DMP-Programme eine Verbesserung des operativen Standards, mit dem Ziel der Senkung der Anzahl von Brustentfernungen zugunsten der Erhöhung des Anteils brusterhaltender Operationen, bewirkt werden. Eine systematische Nachsorge soll schließlich die Rehabilitation verbessern.


Nachsorgeplan

Die folgende Übersicht zeigt Ihnen, wann Sie nach der Brustkrebstherapie welche Nachsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen sollten.


Anamnese / Untersuchung der Brust / Aufklärung und Information:

  • im 1.-3. Jahr nach der Therapie alle 3 Monate
  • im 4.-5. Jahr nach der Therapie alle 6 Monate
  • im 6.-10. Jahr nach der Therapie jährlich



Gynäkologische Untersuchung:

  • im 1.-10. Jahr nach der Therapie jährlich, im Falle der Einnahme von Tamoxifen halbjährlich

 

Selbstuntersuchung der Brust:

  • im 1.-10. Jahr nach der Therapie monatlich

 

Mammografie / Sonografie der erkrankten Brust / Brustwand:

  • im 1.-3. Jahr nach der Therapie mindestens jährlich, am besten halbjährlich
  • im 4.-5. Jahr nach der Therapie jährlich
  • im 6.-10. Jahr nach der Therapie jährlich



Mammografie / Sonografie der nicht erkrankten Brust:

  • im 1.-10. Jahr nach der Therapie jährlich



Sonstige Bildgebung:

  • im 1.-10. Jahr nach der Therapie bei klinischem Verdacht


Vortrags- und Beratungsangebot

Eine Krebserkrankung ist ein tiefer Einschnitt im Leben eines Menschen, dessen Folgen auch für Seele und Geist bewältigt werden müssen. Auch dabei möchten wir Ihnen helfen. Einer Untersuchung der Krebshilfe zufolge vermeiden es beispielsweise mehr als die Hälfte aller brustamputierten Frauen noch nach einem Jahr, sich ihrem Partner gegenüber unbekleidet zu zeigen.

Dr. med. Gabriele Götz-Keil arbeitet nach langjähriger Tätigkeit in Kliniken sowie im niedergelassenen Bereich mit eigener Praxis seit 2002 als Oberärztin im Reha-Zentrum der Deutschen Rentenversicherung Bund, Klinik Taunus in Bad Nauheim. Als selbst wegen Brustkrebs im Hochwaldkrankenhaus operierte Onkologin bietet sie in der Taunus-Klinik Vorträge und Seminare für Frauen nach Brustkrebs an, die auch den Patientinnen des Brustzentrums offenstehen. 

Die Teilnahme ist kostenlos.

Veranstaltungsort:
Reha-Zentrum Bad Nauheim der Deutschen Rentenversicherung Bund, Klinik Taunus, Lindenstr. 6, Vortragssaal 1. Stock

Kontakt:
Dr. med. Gabriele Götz-Keil
Onkolologin, Psychoonkologin, Sozialmedizin
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Die nächsten Termine:
Zur Zeit sind keine Termine angesetzt.