Diabetes mellitus

Nach aktuellen Zahlen ist jeder zehnte Bundesbürger an Diabetes mellitus erkrankt – und die Dunkelziffer ist hoch. Das führt dazu, dass bei Diagnosestellung eines Diabetes mellitus Typ 2 jeder Zweite bereits Folgeerkrankungen an Augen, Nieren, Nerven oder dem Herzen aufweist. In Mittelhessen dürften etwa 100.000 Menschen betroffen sein.

Zur bedarfsgerechten Versorgung einer so großen Zahl Erkrankter bedarf es der engen Zusammenarbeit aller Versorgungsebenen in Diagnostik und Therapie: Gemeinsam mit dem Hausarzt über Fachärzte bis hin zu den diabetologischen Schwerpunktpraxen stimmen wir am Wohl des Patienten orientierte Behandlungsstrategien ab.

Behandlungsschwerpunkte

Die Aufnahmeindikation in unsere Klinik ist erfüllt, wenn eines der folgenden Gesundheitsprobleme vorliegt und eine ambulante Behandlung nicht erfolgreich oder möglich ist:

  • Erstmanifestation eines Diabetes mellitus Typ 1
  • Insulin-Ersteinstellung, speziell bei Komplikationen (falls ambulant nicht möglich)
  • Insulinpumpeneinstellung
  • Entgleisung des Diabetes mellitus
  • Akutes diabetisches Fußsyndrom
  • Koronare Herzkrankheit oder periphere arterielle Verschlusskrankheit mit chronischer Hyperglykämie
  • Therapieresistente diabetische Neuropathie
  • Schwere diabetische Retinopathie und chronische Hyperglykämie oder labile Stoffwechsellage
  • Compliance-Störungen
  • Hyperglykämie in der Schwangerschaft
  • Rezidivierende schwere Hypoglykämien oder gestörte Hypoglykämie-Wahrnehmung
  • Therapierefraktäre Insulinresistenz, insbesondere bei Adipositas
  • Insulin-Ersteinstellung bei Diabetes nach operativer Entfernung der Bauchspeicheldrüse
  • Anschlussbehandlung nach Stoffwechselentgleisung (Erstbehandlung in einer Klinik ohne vollständiges Angebot für Patienten mit Diabetes)

Eine Notfallaufnahme in unser Akutkrankenhaus ist rund um die Uhr an jedem Tag möglich. Die Klinik verfügt über alle Möglichkeiten einer optimalen medizinischen Diagnostik von Patienten mit Diabetes mellitus. Dazu zählen:

  • Labordiagnostik einschließlich kontinuierlicher 72-h-Glukose-Messung (CGMS) 
  • 24-h-Langzeit-Blutdruckmessung
  • EKG/Belastungs-EKG/Langzeit-EKG
  • Doppler-Sonographie/Farb-Duplex-Sonographie
  • Echokardiographie
  • Abdomen-Sonographie 
  • Schilddrüsen-Sonographie 
  • Schilddrüsen-Szintigraphie 
  • Knochendichtemessung (DEXA) 
  • Konventionelle Röntgenuntersuchungen (z. B. Brustkorb, Fuß) 
  • Computertomographie (CT) 
  • Kernspintomographie (MRT)

Für Ihre ideale diabetologische Versorgung bei der Optimierung des Stoffwechsels oder der Versorgung von Folgeschäden bieten wir Ihnen eine qualitativ hochwertige allgemeine internistische Versorgung an. Im Rahmen der engen Kooperation mit der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim stehen darüber hinaus alle dort etablierten nicht-invasiven und invasiven Methoden der kardiologischen Diagnostik zur Verfügung.

Das Diabetische Fußsyndrom

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 250.000 Menschen neu an dem sogenannten Diabetischen Fußsyndrom. In mehr als 30.000 Fällen endet das in Amputationen. Benötigt wird daher eine regional vernetzte Versorgungsstruktur, die vorbeugendes, kompetentes und effizientes Handeln in die Breitenversorgung bringt.

Diesem Ziel haben sich Chefarzt Dr. med. Michael Eckhard und sein Team verschrieben. Dabei profitiert der Patient von der langjährigen Erfahrung sowie der guten interdisziplinären Zusammenarbeit aller an der Versorgung des diabetischen Fußsyndroms beteiligten Partner. Als Gründungsmitglied des Fußnetz Region Mittelhessen hat Dr. Eckhard diese Kooperationen seit langem gesucht, unterstützt und gefördert.

Die enge Zusammenarbeit mit den GZW-Chefärzten Prof. Dr. Reinhard Voss (Innere Medizin, Angiologie) und Dr. Andreas Breithecker (diagnostische und interventionelle Radiologie) sowie mit dem spezialisierten Harvey-Gefäßzentrum der Kerckhoffklinik (Direktor Dr. med. Simon Classen) ermöglicht Diagnostik und Therapie aller Erkrankungen des peripheren Gefäßsystems bei Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom quasi aus einer Hand. Werden (fuß-)chirurgische Eingriffe erforderlich, geht es für jeden Patienten stets um eine bestmögliche Versorgung. Dafür stehen verschiedene Kooperationspartner zur Verfügung. Am Standort Bad Nauheim sind dies in erster Linie die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Hochwaldkrankenhauses (Chefarzt Dr. med. Klaus-Peter Kröll, Leitender Oberarzt Dr. med. Stefan Löwenthal) und der niedergelassene Chirurg Dr. med. Jörg Helberger (Praxis für Chirurgie Bad Nauheim). Im Falle spezieller Anforderungen arbeiten wir aber auch regelmäßig mit überregionalen Spezialisten zusammen, unter anderem mit dem Universitätsklinikum Gießen-Marburg, Standort Gießen, der BGU-Klinik in Frankfurt und dem Fußzentrum in Rheine.