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Noch bessere Ergebnisse für Schmerztherapie

BARMER und Techniker Krankenkasse schließen Qualitätsvertrag mit Gesundheitszentrum Wetterau

Die Chefärzte Matthias Deller (links) und Dr. med. Thorsten Fritz leiten gemeinsam die Klinik für Spezielle Schmerztherapie des regionalen Klinikverbundes Gesundheitszentrum Wetterau im Bürgerhospital Friedberg.

Bad Nauheim/Friedberg (HR). In der von den Chefärzten Matthias Deller und Dr. med. Thorsten Fritz geleiteten Klinik für Spezielle Schmerztherapie des regionalen Klinikverbundes Gesundheitszentrum Wetterau (GZW) wird seit 15 Jahren erfolgreich ein multimodaler Therapieansatz verfolgt. Die BARMER sowie die Techniker Krankenkasse haben nun mit dem GZW einen Qualitätsvertrag abgeschlossen mit dem Ziel, die Ergebnisqualität in der stationären interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie weiter zu steigern. Weitere Kassen haben sich dem Vertrag inzwischen angeschlossen. Die Umsetzung der Ziele des Qualitätsvertrags wird von der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. fachlich begleitet.

Etwa zehn bis 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Schmerzgesellschaft an unterschiedlichen Formen komplizierter chronischer Schmerzerkrankungen. Viele Patientinnen und Patienten mit chronischen Beschwerden (beispielsweise an Kopf, Gelenken, Wirbelsäule oder Eingeweiden) sind jahrelang in medizinischer Behandlung, bis sie eine adäquate Therapie erhalten. 

„Laut unserer Auswertung wurde im Jahr 2023 bei rund 6,3 Prozent der Menschen in Hessen die Diagnose chronischer Schmerz registriert", erläutert Martin Till, Landeschef der BARMER in Hessen. Frauen seien häufiger von chronischen Schmerzen betroffen als Männer. 2023 erhielten rund 8,5 Prozent der Frauen und rund 4,5 Prozent der Männer in Hessen eine entsprechende Diagnose. 

Deutlich werde auch, dass chronische Schmerzen vergleichsweise früh auftreten könnten. In der Altersgruppe von 50 bis 60 Jahren wurde laut Daten der BARMER bei rund 11,3 Prozent der Frauen und 6,6 Prozent der Männer in Hessen eine entsprechende Diagnose festgestellt. "Mit unserem Qualitätsvertrag schaffen wir einen wichtigen Baustein in der Region, um die Versorgung und Lebensqualität von Schmerzpatientinnen und -patienten weiter zu verbessern“, betont Till.  

„Mit dem neuen Vertrag stärken wir gezielt die Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen. Die am Qualitätsvertrag beteiligten Kliniken können unsere Versicherten intensiver behandeln. So wollen wir erreichen, dass mehr Patientinnen und Patienten ihre Therapieziele erreichen, körperliche Schwächen abbauen, Bewegungsängste überwinden und zudem möglichst weiter berufstätig bleiben können,“ sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der Landesvertretung Hessen der Techniker Krankenkasse.

Ein wesentliches Ziel der speziellen Schmerztherapie im GZW ist seit Jahren, nicht nur die Lebensqualität der Schmerzpatienten zu erhöhen, sondern auch ihre Arbeits- und Alltagsfähigkeit wieder herzustellen. Erreicht werden soll dies durch den Abbau körperlicher Schwächen und die Verringerung oder Beseitigung der Bewegungsangst sowie des Risikoverhaltens. 

Damit Patientinnen und Patienten wieder Alltagssituationen und -tätigkeiten ausüben können, steht therapeutisch insbesondere die Aktivierung durch gesundheitssportliche Aktivitäten im Vordergrund. Des Weiteren sollen Patientinnen und Patienten neben dem Umgang mit der Schmerzsymptomatik auch in der Einnahme von Schmerzmedikationen geschult werden. Fester Bestandteil solcher Schulungen sei die Aufklärung über potenzielle Risiken und die Prävention von Polypharmazie, wobei die langfristige Entwöhnung bzw. Reduktion von Schmerzmedikationen besonders im Fokus stehe, erläuterte Chefarzt Dr. Thorsten Fritz. Das übergeordnete Ziel der Edukation sei die Stärkung bzw. Förderung der Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten.

Die Diagnosedaten zu chronischem Schmerz wurden dem BARMER Morbiditäts- und Sozialatlas, einem Informationsangebot des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung, entnommen: Gesamtindex in Deutschland | Morbiditäts- und Sozialatlas - bifg